Umweltvertäglichkeitsprüfungs-Verfahren betreffend dem Bau einer 3. Piste

Aktuelle Situation

Die BI Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste hat eine schriftliche Stellungnahme und 2 mündliche Stellungnahmen  zum Umweltverträglichkeitsgutachten abgegeben. Hauptkritikpunkte sind neben der fehlenden Umweltverträglichkeit des Projekts auch die Qualität der Gutachten die das Gegenteil beweisen wollen:
Daneben gibt es eine Fülle von Einwänden aus unseren früheren Stellungnahmen, die von den Gutachtern nicht oder nicht ernsthaft beantwortet wurden. Davon abgesehen ist aber ohnehin die Frage zu stellen, wie seriös ein Verfahren sein kann, in dem der Flughafen 2 Jahre nach der Möglichkeit Parteienstellung zu erlangen, die Anzahl der Flugbewegungen über Liesing still und heimlich mehr als verzehnfacht hat.

Damit werden die dramatischen Auswirkungen, welche eine 3. Piste auf den 23. Bezirk und dessen Umgebung hat, durch den Flughafen selbst bestätigt. So ist mit einer 3. Piste mit einer Vervierfachung des seit Jahren überschrittenen "Sollwerts" auf der Abflugroute Liesing auf 100 pro Tag zu rechnen und es sind auch nächtliche Überflüge direkt über den 23. Bezirk geplant. Dazu ist auch eine Landeroute, die parallel zur Westeinflugsschneise über die Stadt verläuft nicht auszuschließen, da die Austro Control den gekurvten Anflug nur sehr zögerlich umsetzt und Flugroutenfestlegungen nicht Teil der UVP sind. Dafür gibt es in den Flughafen-Unterlagen zur UVP auch für Teile Liesings bereits Grundstückslisten für die Eintragung einer Sicherheitszone (Erlaa, Inzersdorf).
Kommt es zu keiner grundsätzlichen Änderung der Politik, so wird der gesamte Südwesten Wiens und damit eines der dichtest besiedelten Gebiete Österreichs durch eine 3. Piste in eine Fluglärmhölle verwandelt. Damit werden die Gesundheitskosten für die Allgemeinheit künsltich in die Höhe getrieben. Zum Vergleich der Größenordnung - für Frankfurt werden durch den Fluglärm 1,8 Milliarden Euro in 10 Jahren erwartet - Krebserkrankungen nicht mitgezählt.

3. Piste Fluglärmhölle Liesing

Einen Überblick über den Ablauf und aktuellen Status des UVP-Verfahrens  erhält man auf  einer Website des Landes Niederrösterreichs einzusehen. Per Edikt  wurde das Ermittlungsverfahren betreffend das Vorhaben „Parallelpiste 11R/29L“ von der zuständigen Behörde des Landes NÖ mit Wirkung vom 12. Oktober 2011 für geschlossen erklärt. Nach einer Entscheidung erster Instanz hat die BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste" die Möglichkeit beim Umweltsenat Berufung einzulegen. Auch andere Bürgerinitiativen haben bereits erkennen lassen, dass sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden.

Historie und bisherige Kritik

Von 29.5.2008 bis 31.7.2008 fand die öffentliche Auflage der Umweltverträglichkeitserklärung zur 3. Piste (UVE). Der Link zur öffentlichen Kundmachung per Edikt war auf der Homepage des Landes Niederösterreichs zu finden, dort findet sich auch eine Zusammenfassung der UVE.

Mit der 3. Piste droht Liesing endgültig zur Fluglärmhölle zu verkommen da:
Bei Beibehaltung der rücksichtlosen Verkehrspolitik würden also alle Nordwestdestination (Berlin, München, Frankfurt, London...) nur noch über Liesing angeflogen, die Folgen für Liesing wären dramatisch.

Daher hat die BI "Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste" mit einem Team vieler Spezialisten aus Liesing (Mediziner, Techniker, Juristen, Physiker, Biochemiker, IT-Spezialisten, Piloten...) und in Kooperation mit anderen BIs erstellte 63 seitige Begründung der Stellungnahme der BI "Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste" zur Umweltverträglichkeitserklärung des Flughafens zur Piste 11R / 29 L dem zuständigen Beamten in der Umweltabteilung der niederösterreichischen Landesregierung inklusive der Dokumente im Anhang in 2 Ordnern übergeben. Die wichtigsten Kritikpunkte sind:
Dazu kommen dann noch eine ganze Reihe von fachlichen Ungereimtheiten, wo eine entsprechende Nachbesserung erforderlich ist. Interessanterweise wurde bei der Überarbeitung der UVE auch die Stellungnahme des Umweltministeriums weitgehend ignoriert.

Im Übrigen dürfte die Umweltverträglichkeitserklärung gegen die Prinzipien des UVP-Gesetzes verstoßen, da die bereits früher durchgeführten und offensichtlich illegalen Ausbaumaßnahmen nicht berücksichtigt wurden. Liesing ist trotz der objektiv durch die Lärmmessungen und die hohe Zahl an Beschwerden nachweisbaren und unzumutbaren Lärmbelastung in der Zusammenfassung der UVE auf der Homepage des Flughafens mit keinem Wort erwähnt.

Laut Mitteilung des Amts der niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung RU4-U-302/190-2008, vom 24.11.2008, wird die  BI "Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste" als Verfahrenspartei anerkannt. Dass schafft die Möglichkeit
  • im Verfahren ihre Rechte und rechtlichen Interessen hinreichend geltend zu machen und
  • vom Inhalt des Verfahrens und
  • der Handlungen der anderen Parteien entsprechend Kenntnis zu erlangen.
  • Konkret sind damit auch die vom Team der BI "Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste" erstellte 63 seitige Begründung der Stellungnahme der BI "Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste" zur Umweltverträglichkeitserklärung des Flughafens zur Piste 11R / 29 L von den Gutachtern im UVP-Verfahren zu berücksichtigen.

    Das Umweltverträglichkeitsgutachten (UVGA) der niederösterreichischen Umweltbehörde über die geplante Dritte Piste des Wiener Flughafens wurde im Juli 2011 zur öffentlichen Einsicht aufgelegt. Die Frist zur Einsichtnahme endet am 25. August, die öffentliche Anhörung dauert vom 29. August bis zum 7. September 2011 (also so dass die Vorbereitungen und ein Teil der Anhörung in die Urlaubszeit fällt). 

    Dazu gibt es auch eine neue Revision der Umweltverträglichkeitserklärung -  die wichtigsten Dokumente lassen sich hier aufrufen.

    Aus diesen Dokumenten geht u.a. eine massive Mehrbelastung des 23. Bezirks durch eine Vervierfachung der Starts hervor, die gegenüber der den Bürgern offiziell 2008 vorgestellten Version sogar eine Verzehnfachung des Anteils der Starts über Liesing vorsieht. Damit werden alle Befürchtungen betreffend der Mehrbelastung Liesings durch eine 3. Piste vom Flughafen selbst bestätigt.