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Flughafen
Wien -Zukunftsperspektiven
Derzeit werden am Flughafen Schwechat 16 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt. Der VIE (Vienna International Airport) rechnet bis 2020 mit einer Verdopplung der Fluggastzahlen, so dass die Kapazität der beiden vorhandenen Pisten (16/34 und 11/29) bis zum Jahr 2010 ausgeschöpft sein würde. Aus Sicht des Flughafens würde eine 3. Piste nicht nur der gewünschten Kapazitätssteigerung dienen, sondern auch eine bessere Verteilung der Flugbelastung erlauben. Laut Prognose für das Jahr 2010 würde eine Abwicklung von 279.000 Flugbewegungen auf nur zwei Pisten eine Überflugshäufigkeit von 1,5 Minuten mit einer Verlängerung der Spitzenzeit von 1,5 auf 4,5 Stunden bedeuten. Dem diametral entgegenstehend sind die Befürchtungen der betroffenen Anrainer im Bereich der Flugrouten. Ausgehend von einem jährlichen Wachstum des Flugverkehrs um etwa 5 % muss mit einer drastischen Zunahme des Fluglärms und der Abgasbelastung gerechnet werden. Um eine für alle Beteiligten gangbare Lösung zu erzielen fand von 2001 bis 2005 ein Mediationsverfahren statt. Einer der bestehenden Konfliktpunkte ist die relative Beschränkung der maximalen Frequenz jeder Piste nur in Prozentpunkten der Gesamtflüge. Die Belastung durch Fluglärm konnte in der jüngsten Vergangenheit zwar durch den Einsatz moderner Maschinen mit Mantelstromtriebwerken eingeschränkt werden, allerdings geben die ermittelten Dauerschallpegel die tatsächliche Belastung der Anwohner nicht ausreichend wieder. Hinzu kommt die Belastung durch Emissionen, die nicht nur lokal wirksam ist. Hierbei spielt v. a. der Ausstoß von COz in großen Höhen bei der Verstärkung des Treibhauseffekts eine zentrale Rolle. Bei der Verbrennung von einem Kilogramm Kerosin und 3,4 kg Sauerstoff im Triebwerk entstehen 3,15 kg Kohlendioxid und 12,24 kg Wasserdampf. In Anbetracht der veranschlagten Wachstumsraten im Flugverkehr würde es somit zu einer Erhöhung der COz-Emissionen um 80% innerhalb von 20 Jahren kommen. Dies würde ab 2012 einen erheblichen Kostenaufwand für die Allgemeinheit bedeuten, wenn Österreich den im Kyoto-Proto,koll vereinbarten COz-Ausstoß überschreitet und somit Emissionsrechte von anderen Ländern erwerben muss. Die vom VIE geforderte dritte Piste würde aufgrund der erzielten Einigungen im Mediationsverfahren einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen und bei positivem Ergebnis im Jahr 2015 errichtet werden. Zusätzlich zu den bestehenden Gebäuden wird bis 2008 der so genannte Skylin~ errichtet, der einen neuen Terminal, den Pier Süd sowie Verbindungs-und Ver~hrsbauwerke umfasst. Ziel ist es, neben einer gesteigerten Abwicklungskapazität, Schengenund Non-Schengen-Passagiere auch architektonisch getrennt abzufertigen. Die öffentliche Anbindung wurde nicht nur durch den Ausbau der Schnellbahnlinie S7, sondern auch durch das Gemeinschaftsprojekt von ÖBB und VIE, dem CAT (City Air Terminal), verbessert. Durch die Beteiligung der Flughafen Wien AG an den Flughäfen Bratislava und Kosice besteht die Chance, die wirtschaftliche Entwicklung und das Zusammenwachsen einer ganzen Region zu beschleunigen. Presse-Kontakt: Technisches Museum Wien Mag. Barbara Hafok Mariahilfer Straße 212, 1140 Wien Tel. 01/89998-1200 barbara.hafok@tmw.at www.technischesmuseum.at/presse |