VON ERICH VORRATH
Neue Kronen-Zeitung" vom 25.02.2005 Seite: 20

Wi, Morgen

Bald Musterprozess wegen des Fluglärms

Die Bürgerinitiativen gehen vor Gericht:

Jetzt soll der Protest gegen den Fluglärm in Wien und den
Umlandgemeinden in den Gerichtssaal verlegt werden: Die von den
Bürgerinitiativen gegründete "Antifluglärm-Gemeinschaft" wird einen
Musterprozess führen - gegen die geplante dritte Piste in Schwechat,
gegen den Entwurf des neuen Lärmschutzgesetzes.

Was die Protest-Gruppen besonders stört: Die in diesem Gesetz
festgelegten Lärmgrenzen würden - durch die Methode der Berechnung
- eine Verzehnfachung der Flugbewegungen zulassen.
Ebenfalls ein Dorn im Auge der Lärmgegner: der Ausbau Schwechats zu
einem internationalen Umsteige-Drehkreuz und einem
Frachtumschlagplatz. Sprecherin Johanna Aschenbrenner: "Das bringt
keine Arbeitsplätze und sichert den Flughafen nicht."

Anderer Meinung ist da NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll: "Der
Flughafen Schwechat ist ein bedeutender Standortfaktor für die
internationale Anbindung Niederösterrreichs und vor allem Wiens an
den internationalen Wirtschaftsraum. Durch Beschränkung auf
Tourismusverkehr würde man einerseits dem Flughafen eine wichtige
ökonomische Basis entziehen, andererseits hätte ein reiner
Tourismusflughafen wesentlich geringere positive Standortwirkungen
auf die Wirtschaftsregion." Also: verhärtete Fronten.